Samstag, 31. Oktober
Die Nacht war alles andere als erholsam
Nach der Nacht hatte ich ehrlich gesagt ein bisschen die Befürchtung, dass es Lou wieder schlechter geht. Er musste sich nachts übergeben und insgesamt war es wieder ziemlich unruhig. Die Temperatur blieb zum Glück im Rahmen, aber wirklich erholsam war die Nacht trotzdem nicht.
Das liegt natürlich auch einfach an den Gegebenheiten im Krankenhaus. In unserem Zimmer lagen zwei kranke Kinder und bei jedem Kind war ein begleitender Erwachsener dabei – also insgesamt vier Menschen auf ziemlich engem Raum. Dazu kommen Infusionspumpen, Monitore, piepsende Geräte, nächtliche Kontrollen und immer wieder jemand, der ins Zimmer kommt.
Ich muss unfairerweise sagen, dass ich mit meinem Neuro-Pflaster tatsächlich ziemlich gut schlafe. Teilweise muss Lou mich sogar wachrütteln, damit ich überhaupt etwas mitbekomme.
Bei ihm sieht das natürlich ganz anders aus. Er wird nachts kontrolliert, hängt am Monitor und an verschiedenen Infusionen und bekommt viel Flüssigkeit, sodass er natürlich auch öfter zur Toilette muss. Selbst wenn ich davon manchmal kaum etwas mitbekomme, ist er dadurch immer wieder wach.
Und gerade er sollte sich ja eigentlich erholen und Kraft sammeln.
Erstmal weiter Klinikalltag
Der Vormittag sah deshalb erstmal ähnlich aus wie der Freitag.
Ein bisschen zocken, lesen, essen, ausruhen und irgendwie die Zeit rumbringen.
Dann kamen allerdings gleich zwei richtig gute Nachrichten: Zum einen konnten wir in ein anderes Zimmer wechseln. Allein das war schon eine riesige Erleichterung.
Und dann hieß es tatsächlich, dass Lou am Nachmittag und frühen Abend für ein paar Stunden raus durfte.
Unser kleiner „Spaziergang“ führte also kurzerhand nach Ketsch. 😄
Jetzt aber schnell Halloween retten
Nach dieser Nachricht ging plötzlich alles ziemlich schnell.
Lous großer Bruder holte uns ab und zu Hause wurde erstmal noch schnell provisorisch Halloween dekoriert.
Kurz danach kam auch Madame von ihren Reiterferien in der Pfalz zurück. Für sie hieß es: erst einmal unter die Dusche und danach direkt ins Halloween-Kostüm.
Zum Glück kam auch noch die liebe Anne vorbei und half beim Schminken. Und für Lou hatte sie auch noch ein cooles neues Switch-Spiel dabei. Ganz lieben Dank dafür! ❤️
Lou hat sich ebenfalls nochmal verkleidet. Nachdem er am Freitag noch so enttäuscht gewesen war, dass Halloween für ihn komplett ausfallen würde, sah es plötzlich doch ganz anders aus.
Wir sind mit dem Auto Richtung Neubaugebiet gefahren und die beiden konnten zusammen ungefähr eine halbe Stunde Süßes oder Saures laufen. Natürlich kurz, überschaubar und mit den entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen – aber eben gemeinsam und im Kostüm.
Krankenhauskost bekommt Konkurrenz
Danach hieß es schon wieder Taschen umpacken.
Mike packte seine Sachen zusammen und wir machten uns wieder auf den Weg Richtung Heidelberg. Aber wenn es schon zurück in die Klinik gehen musste, wollten wir wenigstens kulinarisch noch ein bisschen Abwechslung zur Krankenhauskost mitnehmen.
Also machten wir noch einen Abstecher zu Texas Smoke Guerilla in Heidelberg.
BBQ, Smoker, Fleisch – damit kann man Lou natürlich ziemlich schnell bekommen. 😄
Er fand es richtig cool und bekam am Ende sogar noch einen Doggy-Bag mit.
Danach haben Madame und ich die Männer wieder zur Klinik gebracht. Mike übernahm dort und wir beiden fuhren nach Hause.
So wurde aus einem Samstag, der nachts wirklich überhaupt nicht vielversprechend angefangen hatte, zumindest noch ein kleiner Happy-Halloween-Familienslot, bevor es für Lou wieder zurück auf Station ging.
Deine Valerie

