Freitag, 30. Oktober
Eine durchwachsene Nacht
Die Nacht war eher durchwachsen, aber immerhin ging das Fieber wieder runter.
Bei der Visite am Morgen hieß es dann erstmal: 48 Stunden fieberfrei bleiben. Auch bei den Blutwerten ist das Bild gerade noch gemischt. Einige Werte entwickeln sich schon richtig gut, bei anderen braucht es einfach noch ein bisschen Zeit.
Deshalb ist aktuell auch noch nicht ganz klar, wie es am Montag weitergeht und ob der nächste Therapieblock dann tatsächlich starten kann.
Also heißt es weiterhin: warten.
Ein Tag zum Zeit totschlagen
Ansonsten haben wir den Freitag ziemlich gemütlich verbracht.
Lou hatte ein kleines Sportprogramm mit der Sporttherapeutin, danach haben wir einen Film geschaut, gezockt, gelesen, gegessen und sind zwischendurch zwei Runden über die Station gelaufen.
Im Grunde haben wir einfach versucht, den Tag irgendwie rumzubekommen.
Dazu kam noch der übliche Klinikalltag mit Verbandswechsel und Ambisome.
Und auch die Mutperlenkette ist wieder ein Stück länger geworden. Für die neuen Behandlungsschritte kamen weitere Perlen dazu.
Ein bisschen Frust gehört gerade auch dazu
Trotzdem war die Stimmung zwischendurch schon etwas gefrustet.
Zu Hause hatten wir für diese Tage eigentlich so einiges vor und stattdessen sitzen wir jetzt wieder auf Station und warten darauf, dass Fieber und Blutwerte uns sagen, wann es weitergehen kann.
Es fühlt sich gerade ein bisschen so an, als würden wir auf dem Abstellgleis stehen, obwohl man eigentlich endlich mit dem nächsten Abschnitt weitermachen möchte.
Aber genau das können wir im Moment eben nicht beeinflussen.
Halloween fällt diesmal komplett aus
Besonders unglücklich war Lou darüber, dass er an Halloween nicht zu Hause sein konnte.
Wir hatten extra dekoriert beziehungsweise Deko besorgt und er hatte sich darauf gefreut, wenigstens an unserer Haustür Süßigkeiten zu verteilen.
Süßes oder Saures selbst wäre für ihn natürlich sowieso nur sehr eingeschränkt möglich gewesen. Aber wir hatten uns sogar Gedanken um ein möglichst sicheres Kostüm gemacht, bei dem der Mundschutz problemlos getragen werden kann und er beim Türöffnen trotzdem gut geschützt wäre.
Das war für ihn so ein kleiner Plan gewesen, wie Halloween trotz Therapie irgendwie stattfinden könnte.
Und dann fällt eben auch das komplett weg.
Nicht rausgehen, nicht an der Tür stehen, keine kleine Runde, kein Kostüm zu Hause.
Darüber war er wirklich ziemlich enttäuscht.
Madame genießt ihre Reiterferien
Von Madame kommen dafür immer wieder schöne Bilder und kleine Berichte vom Reiterhof.
Sie ist total happy und genießt ihre Tage dort richtig.
Und das freut mich gerade besonders, weil für sie in den letzten Wochen ebenfalls so vieles anders läuft als normalerweise.
Deine Valerie

