Tag 30: Die Werte erholen sich

Mittwoch, 28. Oktober

Der Tag startet schon kurz nach acht

Ausschlafen war am Mittwoch nicht drin. Kurz nach acht Uhr stand bereits der Medizinische Dienst vor der Tür. Der Termin gehörte zur Begutachtung für Lous Pflegegrad.

Direkt im Anschluss ging es für Mike und Lou wieder nach Heidelberg in die Tagesklinik. Natürlich mit der großen Frage: Haben sich die Werte inzwischen so weit erholt, dass wir langsam auf ein Go für den nächsten Therapieblock hoffen können?

Ganz so weit waren wir noch nicht. Aber diesmal konnte man zumindest an einigen Stellen schon ziemlich deutlich sehen, dass sich etwas tut.

Die Thrombozyten waren inzwischen auf 234 /nl gestiegen – am Montag lagen sie noch bei 42. Auch das Albumin war von 28,0 auf 36,2 g/l deutlich angestiegen und lag damit nur noch knapp unter dem Referenzbereich.

Und die Retikulozyten lagen bei 1,9 %. Das sind die jungen roten Blutkörperchen und sie können ein Hinweis darauf sein, dass die Blutbildung wieder anfängt anzulaufen.

Andere Werte waren allerdings weiterhin deutlich zu niedrig. Der Hämoglobinwert lag bei 7,3 g/dl und die neutrophilen Granulozyten weiterhin praktisch bei null.

Also: noch kein Startschuss.

Am Freitag geht es erneut zur Kontrolle in die Tagesklinik. Wenn sich die Entwicklung weiter in die richtige Richtung bewegt und die Voraussetzungen dann passen, könnte der neue Block am Montag starten – ungefähr eine Woche später als ursprünglich geplant.

Koffer packen – allerdings anders als geplant

Am Nachmittag hieß es dann für Madame: Koffer packen.

Ihre Patentante aus Freiburg holte sie ab und für Madame ging es bis Samstag auf einen Reiterhof in der Pfalz. Darauf hatte sie sich schon richtig gefreut und ich fand es schön, dass sie in diesen Herbstferien trotzdem noch etwas Eigenes vor sich hatte.

Denn eigentlich hätten diese Ferien ganz anders ausgesehen.

Lou und Madame sollten zum ersten Mal gemeinsam ins Waldpiraten-Camp der Deutschen Kinderkrebsstiftung fahren.

Das mussten wir nach dem Rezidiv natürlich absagen.

Die Waldpiraten müssen noch auf die beiden warten

Das Waldpiraten-Camp der Deutschen Kinderkrebsstiftung liegt mitten im Heidelberger Stadtwald und ist speziell für Kinder und Jugendliche gedacht, die selbst an Krebs erkrankt sind oder waren, sowie für deren Geschwister.

Für die 9- bis 15-Jährigen gibt es dort mehrtägige Camps. Auf dem Programm stehen unter anderem Hochseilgarten, Kreativangebote, Aktivitäten im Wald, Spiele, Theater, Lagerfeuer und Nachtwanderungen. Gleichzeitig treffen dort Kinder aufeinander, die durch die Erkrankung selbst oder als Geschwister viele ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Genau deshalb hatte ich mich für Lou und Madame so darüber gefreut, dass sie diese Erfahrung zusammen machen können.

Diesmal sollte es leider nicht sein.

Aber der Plan steht weiterhin: Wenn Lou seine Intensivtherapie hinter sich hat und es gesundheitlich möglich ist, sollen die beiden ihren Aufenthalt im Waldpiraten-Camp nachholen.

Und dann hoffe ich sehr, dass es irgendwann wirklich heißt: Koffer packen für beide.

Das Waldpiraten-Camp ist übrigens auf Unterstützung angewiesen. Die Deutsche Kinderkrebsstiftung gibt die jährlichen Betriebskosten mit rund einer Million Euro an und weist darauf hin, dass das Angebot ohne Spenden nicht möglich wäre.

Wer mehr darüber erfahren möchte, findet hier alle Informationen:

Zum Waldpiraten-Camp der Deutschen Kinderkrebsstiftung

Deine Valerie

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