Tag 31: Plötzlich wieder auf Station

Eigentlich ein ganz unspektakulärer Donnerstag

Donnerstag, 29. Oktober

Der Donnerstag fing eigentlich völlig unspektakulär an.

Wir waren gemütlich zu Hause, haben weiter an unserem Projekt gearbeitet, Madames Zimmer bis zum Ende der Ferien wieder bewohnbar zu bekommen, und ich habe gekocht.

Auf Lous Wunschliste stand diesmal Feijoada, das brasilianische Nationalgericht. Also wurde direkt eine ordentliche Portion vorgekocht, damit wir davon auch noch etwas länger haben.

Ansonsten liefen die inzwischen üblichen Dinge nebenher. Medikamente, Temperatur kontrollieren und natürlich unser inzwischen ziemlich perfektionierter Gummibärchen-Trick für das Penicillin. Das klappt mittlerweile tatsächlich völlig problemlos.

Und dann steigt die Temperatur

Am Nachmittag war die Temperatur schon etwas erhöht.

Später zeigte das Thermometer dann über 38 Grad an und damit war klar: lieber direkt auf Station anrufen und nachfragen.

Dort hieß es, nach einer halben Stunde nochmal zu messen. Wenn die Temperatur so bleibt oder weiter steigt, sollen wir uns direkt auf den Weg machen.

Und genau so kam es.

Beim nächsten Messen waren es 38,3 Grad.

Also Sachen zusammenpacken und ab nach Heidelberg.

Und natürlich wanderte beim Packen auch noch etwas von der Feijoada mit in die Tasche.

Auf Station gibt es eine kleine Elternküche mit Kühlschränken und ich habe dort eigentlich immer noch ein kleines Ersatz- oder Notfallessen für Lou liegen. Falls das Essen auf dem Speiseplan so gar nicht passt, haben wir wenigstens eine Alternative.

Erst Notfallambulanz, dann Station

Unten in der Notfallambulanz wurde Lou erstmal komplett durchgecheckt.

Temperatur messen, Blut abnehmen, untersuchen und schauen, wie es ihm insgesamt geht.

Da war dann auch ziemlich schnell klar, dass wir nicht wieder nach Hause fahren, sondern auf Station bleiben müssen.

Oben wurde dann direkt mit der Behandlung begonnen. Lou bekam zwei intravenöse Antibiotika, dazu Novalgin gegen das Fieber und außerdem noch Calcium.

Und dann hieß es wieder: stationäre Aufnahme.

Bis wir schließlich unser Zimmer bezogen hatten, war es schon nach neun Uhr. Lou war da einfach nur noch kaputt und müde und froh, endlich im Bett zu liegen.

Jetzt wird weiter beobachtet und dann schauen wir, was die nächsten Tage bringen.

Halloween fällt erstmal aus

Besonders traurig war Lou wegen etwas ganz anderem.

Auf unserem Plan für Freitag stand nämlich eigentlich: Halloween dekorieren.

Darauf hatte er sich richtig gefreut.

Süßes oder Saures wäre für ihn in diesem Jahr sowieso nicht drin gewesen. Aber sein Plan war, wenigstens zu Hause sein Kostüm anzuziehen und bei uns an der Tür die Süßigkeiten an die anderen Kinder zu verteilen.

Und genau das fällt jetzt natürlich auch erstmal flach.

Auch für Madame müssen wir wieder neu überlegen. Sie kommt am Samstag vom Reiterhof zurück und bis dahin schauen wir, wie die Situation dann überhaupt aussieht.

Aber genau das ist gerade unser Alltag.

Wir können planen – und tun das auch. Aber meistens nur von Tag zu Tag und manchmal eher von Stunde zu Stunde.

Weil es am Ende doch immer wieder ganz anders kommt.

Deine Valerie

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