Tag 17: Heute war weniger drin – 15. Oktober

Vormittag eher auf Sparflamme

Der Donnerstag war bei Lou insgesamt deutlich ruhiger als der Tag davor.

Er hat am Vormittag viel geruht, gedöst und geschlafen – oder zumindest sehr überzeugend so getan, als die Deutschlehrerin am Bett stand. 

Die Stimmung war auch nicht ganz so gut. Das Lieblingswort des Tages war diesmal definitiv nicht Pizza, sondern eher:

„Nein.“

Und zwar auf ziemlich vieles.

Kopfschmerzen, Bauchweh und das übliche Klinikprogramm

Sobald Lou sich aufgesetzt hat, bekam er Kopfschmerzen. Zwischendurch hatte er auch Bauchweh.

Also irgendwie von allem ein bisschen, zum Glück aber nichts davon extrem.

Dazu lief das ganz normale Programm weiter: Augentropfen, Tabletten schlucken, Infusionen, Temperatur messen und alles, was inzwischen sowieso zum Klinikalltag gehört.

Die Temperatur war am Donnerstag wieder etwas erhöht, blieb aber zum Glück noch unter 38 Grad. Und gerade beim Thema Fieber hat unser altes Thermometer jetzt endgültig ausgedient.

Wir hatten es mit dem Thermometer in der Klinik verglichen und dabei festgestellt, dass unseres tatsächlich ungefähr 0,8 Grad weniger angezeigt hat. Das fand ich schon ziemlich erschreckend – gerade wenn es bei Lou darauf ankommt, Fieber zuverlässig zu erkennen.

Jetzt haben wir ein neues und ich bin gespannt, ob das hoffentlich genauer misst.

Nachmittags ging wieder etwas mehr

Als ich nach der Schule in die Klinik kam, ging es Lou nach und nach etwas besser.

Ich konnte mit ihm ein bisschen Deutsch machen und später kam auch noch die Englischlehrerin vorbei und hat mit ihm gearbeitet.

Für meine Fahrt in die Klinik hatte Lou natürlich vorher schon seine Bestellung aufgegeben. 

In der Elternküche gibt es inzwischen eine kleine Notfall-Essensbox im Kühlschrank, in die ich ihm Wurst, Käse und andere Sachen packe, auf die er zwischendurch vielleicht Appetit bekommt.

Also brachte ich ihm diesmal wieder Wurst und Käse mit und löste Mike bei Lou ab.

Als Mike wiederkam, gab es noch ein zweites Mittagessen: Calzone.

Die kam zwar geschmacklich nicht ganz an die Leukofighter-Pizza heran, aber gegen den Hunger hat sie ihren Zweck erfüllt. 

Auf dem Rückweg nach Hause habe ich dann erstmal festgestellt, wie schön das Wetter eigentlich war.

Davon hatte ich den ganzen Tag überhaupt nichts mitbekommen.

Morgens ins Klassenzimmer, nach der Schule direkt weiter in die Klinik – und irgendwann fährt man wieder nach Hause und merkt: Ach ja, da draußen gibt es ja auch noch einen Himmel und Sonne.

Also habe ich mir spontan noch ein Spaghetti-Eis zum Mitnehmen gegönnt.

Vielleicht war es ja tatsächlich das letzte Eis dieser Eissaison.

Wobei wir kulinarisch sowieso schon ziemlich eindeutig Richtung Herbst und Winter unterwegs sind.

Denn falls Lou am Wochenende wirklich nach Hause darf, steht sein Wunsch bereits fest:

Raclette.

Und Burger wären natürlich auch jederzeit eine akzeptable Alternative.

Wieder liebe Überraschungen zu Hause

Zu Hause wartete dann wieder richtig liebe Post auf uns.

Außerdem standen wunderschöne Blumen von der lieben Denny vor der Tür.

Und auch sonst erreichen uns weiterhin so viele Karten, Nachrichten, Päckchen und liebe Überraschungen.

Die ganzen Karten, die wir bisher bekommen haben, habe ich inzwischen ans Fenster geklebt. Jetzt laufen wir ständig daran vorbei und können uns immer wieder darüber freuen.

Ein bisschen Zeit mit Madame

Abends habe ich es mir dann noch mit Madame gemütlich gemacht.

Wir haben ein bisschen Maniküre gemacht, inklusive selbstgemachtem Peeling, und einfach noch etwas Zeit miteinander verbracht.

Hoffentlich bleibt der Plan stehen

Der Donnerstag war insgesamt also nicht ganz so gut wie der Mittwoch.

Lou war müder, hatte beim Aufsetzen Kopfschmerzen, zwischendurch Bauchweh und die Temperatur war etwas höher.

Aber bisher blieb sie unter 38 Grad.

Und jetzt hoffen wir einfach sehr, dass uns kein Fieber doch noch einen Strich durch den Plan macht und Lou am Wochenende tatsächlich nach Hause darf.

Deine Valerie

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