Wieder nüchtern starten
Der Freitag begann für Lou wieder nüchtern, denn heute stand die PEG-Asparaginase auf dem Plan.
Bei diesem Medikament wird besonders genau aufgepasst, weil es zu Überempfindlichkeitsreaktionen kommen kann. Solche Reaktionen können unter anderem mit Antikörpern zusammenhängen, die sich gegen Bestandteile der Asparaginase-Behandlung richten. Das Risiko kann sich mit wiederholten Gaben verändern, besonders nach Therapiepausen. Deshalb wird Lou während der Gabe entsprechend engmaschig überwacht. PubMed
Wie schon beim letzten Mal stand vorsorglich das Sauerstoffgerät vor dem Zimmer bereit. Zuerst lief wieder ein zehnminütiger Testdurchlauf, danach die eigentliche Gabe über ungefähr zwei Stunden.
Und damit die Zeit bis dahin nicht ganz so lang wurde, kam genau zur richtigen Zeit eine richtig schöne Überraschung.
Eine neue Switch für Lou
Die liebe Roxane und Markus kamen vorbei und hatten im Rahmen von Round Table Children’s Wish eine wundervolle Überraschung für Lou dabei.
Ausgerechnet an dem Tag, an dem wir erfahren haben, dass die Leukämie zurück ist, war ja auch noch Lous eigene Switch kaputtgegangen.
Seitdem hatten die liebe Angie und der liebe Erik ihm ihre Switch ausgeliehen, damit er in der Klinik überhaupt weiter spielen konnte.
Und jetzt bekam Lou tatsächlich eine eigene neue Switch.
Round Table Children’s Wish erfüllt Wünsche schwerkranker Kinder und wurde in Deutschland über viele Jahre als Serviceprojekt von Round Table unterstützt.
Damit aber nicht genug: Lou und Madame bekamen außerdem noch einen richtig flauschigen, wunderschönen Teddybären und auch für Madame war noch eine tolle Überraschung dabei.
Ganz, ganz lieben Dank dafür.
Noch einmal PEG-Asparaginase – und dann war F2 geschafft
Trotz ziemlich großem Hunger lief die PEG-Asparaginase dann irgendwann vollständig durch.
Und vor allem: ohne Nebenwirkungen, die seine Entlassung noch verhindert hätten.
Damit war auch die letzte Chemotherapie von Block F2 geschafft.
Nach den letzten Tagen hatten wir natürlich sehr gehofft, dass nichts mehr dazwischenkommt – kein Fieber, keine stärkeren Schmerzen und keine Reaktion auf die Behandlung.
Und tatsächlich konnten Lou und Mike danach endlich nach Hause.
Nach neun Tagen wieder daheim
Zu Hause wurden die beiden von Madame und mir schon sehnsüchtig erwartet.
Für Lou war alles vorbereitet: ein gemütlicher Platz im Wohnzimmer, einer im Schlafzimmer und natürlich ein gut gefüllter Kühlschrank.
Seine Essenswünsche waren ebenfalls berücksichtigt.
Und was stand direkt am ersten Abend auf dem Speiseplan?
Raclette.
Päckchen, Geschenke und noch mehr liebe Post
Zu Hause warteten außerdem noch jede Menge Überraschungen auf Lou.
Es gab Päckchen zum Auspacken, unter anderem von seiner lieben LRS-Lehrerin und von Madames Patentante.
Auch Oma und Opa kamen noch vorbei und brachten Lou ein wunderschönes Kochbuch von Jamie Oliver (Affiliatlink) mit.
Und unser Fenster mit all den lieben Karten wird inzwischen auch immer voller.
Es kommen tatsächlich immer noch neue Karten dazu und ich freue mich jedes Mal, wenn ich daran vorbeilaufe.
Zuhause – aber natürlich weiterhin mit Klinikprogramm
Ganz ohne medizinischen Alltag geht es natürlich auch zu Hause nicht.
Zwischen Fiebermessen, Medikamenten und allem, was wir sonst im Blick behalten müssen, lief unser erster Abend daheim weiter.
Aber dazwischen war eben auch Raclette, Geschenke auspacken, Familie und endlich wieder das eigene Zuhause.
Und nach neun Tagen in der Klinik waren wir einfach alle sehr froh, Lou wieder da zu haben.
Deine Valerie

