Tag 3: Mehr Alltag und gute Aussichten

Ein ziemlich guter dritter Tag

Als ich heute gegen 11 Uhr in die Klinik kam, startete bei Lou gerade seine Deutschstunde. Mit Mike gab es deshalb einen etwas ungewöhnlichen fliegenden Wechsel: Das Parkhaus war komplett voll und selbst für Dauerparker gab es keinen freien Platz mehr. Also haben wir unsere Übergabe kurzerhand im Auto gemacht, während Lou oben ganz entspannt seinen Unterricht hatte.

Der Vormittag war insgesamt schon recht angenehm gewesen. Lou hatte mit Mike eine Runde über die Station gedreht und ein bisschen gezockt. Als ich dann übernommen habe, war erstmal Deutsch dran.

Unsere neuen Zimmernachbarn waren bereits gestern Abend eingezogen, sodass das Zimmer nach dem Abschied Richtung Heilbronn gar nicht lange leer geblieben ist.

Heute ging wieder deutlich mehr

Appetit hatte Lou heute auf jeden Fall deutlich mehr.

Das Problem war eher, dass er natürlich hauptsächlich auf genau die Sachen Lust hatte, die gerade nicht da waren. Von verschiedenen Dingen hat er ein bisschen probiert, aber so richtig geschmeckt hat erstmal nichts.

Schlussendlich fiel die Wahl auf YumYum-Nudeln – allerdings ganz schlicht ohne Gewürzmischung, einfach nur die aufgeweichten Nudeln.

Und ich hatte ihm noch etwas von dem Kuchen mitgebracht, den wir gestern zu Hause geschenkt bekommen hatten. Darüber hat er sich richtig gefreut und direkt die erste Hälfte verputzt.

Damit war der Kuchen auf jeden Fall erfolgreicher als so manches andere Essen heute.

Eine Runde über die Station

Richtig schön war heute, dass wir zusammen eine Runde über die Station laufen konnten.

Mike hatte das morgens schon mit ihm gemacht und später ging es mit mir nochmal.

Nach den letzten Tagen war es einfach schön zu sehen, dass wieder deutlich mehr Bewegung möglich ist.

Der Nachmittag war ansonsten angenehm ruhig. Es gab einen Mittagsschlaf, eine Fußmassage und Zeit zum Lesen – aktuell sind wieder die Drei ??? dran.

Und nachmittags standen tatsächlich sogar noch Deutschhausaufgaben auf dem Programm.

Ein bekanntes Gesicht

Besonders schön war heute außerdem, dass Lou eine liebe Sporttherapeutin wiedergetroffen hat, die die Kinder noch aus der Fußball-Ferien-Freizeit in Malente kennen.

Wenn du wissen möchtest, was das für eine Freizeit ist, kannst du hier mehr über die Fußball-Ferien-Freizeit für Kinder und Jugendliche nach einer onkologischen Erkrankung in Malente lesen.

So ein bekanntes Gesicht mitten im Klinikalltag ist einfach schön.

Eine kleine Auffälligkeit bleibt im Blick

Heute sind an den Innenflächen von Lous Händen rötliche, etwas gemusterte Stellen aufgefallen.

Was genau dahintersteckt, wissen wir im Moment noch nicht. Das wird jetzt erstmal beobachtet.

Ansonsten hatte Lou heute keine Schmerzen.

Und dann gab es noch richtig gute Nachrichten

Nach der Visite gab es heute außerdem eine Aussicht, über die wir uns natürlich sehr gefreut haben:

Wenn alles weiterhin gut läuft, darf Lou vielleicht schon am Sonntag nach Hause.

Dann wäre Block F1 geschafft und anschließend würde erstmal ungefähr eine Woche Erholung zu Hause auf dem Programm stehen.

Natürlich ist das noch keine feste Zusage und es muss weiterhin alles passen. Aber allein die Aussicht darauf fühlt sich gerade ziemlich gut an.

Herr der Ringe – eher nicht

Für den Abend hatten wir uns vorgenommen, mit Herr der Ringe anzufangen.

Das haben wir tatsächlich gemacht.

Nur: Lou fand es jetzt nicht wirklich so toll.

Damit wird das wohl eher keine Filmreihe, die wir jetzt weitergucken. Wir schauen einfach mal, was wir als Nächstes finden.

Tag 3 ist geschafft

Damit ist auch Tag 3 geschafft.

Mehr Appetit, Deutschunterricht, Hausaufgaben, zwei Runden über die Station, Mittagsschlaf, Drei ???, Kuchen und ein bekanntes Gesicht.

Und vor allem die Aussicht darauf, vielleicht schon am Sonntag nach Hause zu dürfen.

Damit lässt sich Tag 3 ziemlich gut beenden.

Und nochmal kurz zurück ins Jahr 2019

Weil ich selbst gerade immer wieder merke, wie automatisch ich die einzelnen Tage mit der ersten Erkrankung vergleiche: Wenn du nochmal zurücklesen möchtest, wie Tag 3 damals bei uns aussah, findest du den alten Beitrag hier:

Tag 3 der Ersterkrankung – ValBerysWelt

Schon verrückt, wie viel man beim Lesen sofort wieder vor Augen hat – und gleichzeitig, wie anders sich diese Therapie jetzt anfühlt.

Deine Valerie

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