Tag 21: Montag auf Sparflamme

Montag, 19. Oktober

Der Tag fing schon nicht ganz so gut an

Der Montag war insgesamt eher durchwachsen.

Lou war ziemlich müde und erschöpft, musste sich morgens auch übergeben und hatte zwischendrin immer wieder Beschwerden – mal Kopfschmerzen, mal Bauchweh.

Über den Tag hat er viel geschlafen, gedöst und geruht. Viel Energie war einfach nicht da.

Dazu kam wieder unser Termin in der Tagesklinik. Um 9:15 Uhr wurden Lou und Mike vom Taxi abgeholt und es ging nach Heidelberg.

Tagesklinik, Ambisome und Verbandswechsel

In der Tagesklinik stand wieder das übliche Programm an: Blutkontrolle, Ambisome und der Verbandswechsel am Hickman.

Ambisome ist ein Medikament gegen Pilzinfektionen. 

Bei den Blutwerten hat man an diesem Montag ziemlich deutlich gesehen, warum Lou gerade so schlapp und erschöpft ist.

Deshalb müssen wir im Moment auch weiterhin sehr engmaschig zur Kontrolle – alle zwei Tage. Dabei wird jedes Mal geschaut, wie sich die Werte entwickeln und ob weitere Maßnahmen notwendig werden.

Solange kein Fieber dazukommt und medizinisch nichts anderes auffällig wird, wird erstmal weiter kontrolliert und beobachtet.

Die Haare verabschieden sich

Was diesmal deutlich früher kommt als bei der ersten Erkrankung: die Haare fallen inzwischen richtig stark aus.

Im T-Shirt, auf dem Kopfkissen, im Bett, auf dem Boden – eigentlich sind sie überall.

Fusselbürste und Staubsauger sind inzwischen im Dauereinsatz.

Lou hat selbst schon mehrmals gesagt, dass er sie jetzt gerne schneiden beziehungsweise rasieren möchte. So wie beim letzten Mal.

Und auch Mike wird wieder mitmachen.

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie selbstverständlich Lou damit umgeht. Er sagt einfach, dass die Haare jetzt runter sollen, wenn es so weit ist.

Für ihn scheint das gerade keine große Diskussion zu sein.

Montag ansonsten: Ruhemodus

Ansonsten lief der Tag wirklich auf Sparflamme.

Viel schlafen, viel liegen, wenig Programm und einfach schauen, was gerade geht.

Nach den letzten Tagen merkt man schon ziemlich deutlich, dass sein Körper gerade arbeitet und Ruhe braucht.

Und dann kam das Penicillin …

Am Abend hatten wir dann allerdings noch ein etwas größeres Projekt vor uns.

Lou muss jetzt zusätzlich Penicillin nehmen.

Und diese Tabletten sind wirklich gigantisch.

Selbst halbiert sind sie noch richtig groß. Das wäre an sich schon nicht besonders angenehm – aber sobald die Tablette ein bisschen länger auf der Zunge liegt, schmeckt sie wohl so extrem eklig, dass Lou sofort schlecht wird.

Wir haben wirklich alles Mögliche ausprobiert.

Mit viel Trinken: keine Chance.

Mit Banane: auch keine gute Idee.

Bei der ersten Hälfte ging es dann tatsächlich schief und die Tablette kam direkt wieder zurück.

Danach folgten Tränen, Frust, Diskussionen und gefühlt sämtliche denkbaren Varianten, wie man diese halbe Tablette irgendwie runterbekommen könnte.

Am Ende hat es über eine Stunde gedauert.

Aber: Die nächste halbe Tablette blieb drin.

Immerhin.

Jetzt müssen wir schauen, ob wir für die nächsten Gaben noch eine bessere Lösung finden, denn jeden Tag so einen Kampf daraus zu machen, kann es natürlich auch nicht sein.

Deine Valerie

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