Eigentlich nur Tagesklinik
Eigentlich sollte es heute nur ein Termin in der Tagesklinik werden.
Um 11:15 Uhr wurden Lou und Mike vom Taxi abgeholt. Geplant waren die übliche Blutkontrolle, wieder Ambisome und außerdem ein Verbandswechsel am Hickman-Katheter.
Und dann kam der Anruf von Mike:
Lou hat Fieber und muss direkt auf Station bleiben.
Da war sie plötzlich wieder, diese Aussage vom Vortag: „Ich glaube, ich werde krank.“
Wenn du Tag 9 noch nicht gelesen hast, kannst du hier zurückspringen:
Tag 9: Ein guter Tag beim B-ALL-Rezidiv
Und damit war innerhalb weniger Minuten wieder alles anders.
Aus Tagesklinik wird wieder stationär
Zum Glück war ein Großteil von Lous Sachen sowieso noch gepackt. Nach der Entlassung hatte ich den Klinikkoffer ja direkt wieder startklar gemacht – in der Hoffnung, ihn erstmal nicht zu brauchen.
Nun ja.
Mike brauchte natürlich noch seine Sachen und auch zu Hause musste wieder einiges umorganisiert werden. Termine mussten verschoben, Abläufe geändert und der komplette Plan für Freitag, Samstag und Sonntag neu sortiert werden.
Gefühlt braucht es gerade wirklich nur einen Anruf – und der ganze Plan fällt einmal in sich zusammen.
Wenigstens ein vertrautes Zimmer
Eine richtig schöne Überraschung gab es dann aber doch:
Lou ist wieder mit unseren lieben Zimmernachbarn aus Heilbronn zusammen im Zimmer.
Nach den gemeinsamen Tagen beim letzten Aufenthalt war das tatsächlich direkt etwas Vertrautes.
Und für ein bisschen Abwechslung sorgte auch die Sporttherapeutin. Mit Lou wurde Luftballon-Tennis gespielt, ein bisschen gekickt und dann noch mit einem richtig coolen Reaktionsspiel (Affiliatlink) trainiert, bei dem verschiedene Lichter aufleuchten und man möglichst schnell mit Händen oder Füßen reagieren muss.
Das hat ihm richtig Spaß gemacht.
Marmorkuchen für die Klinik
Zwischendrin gab es noch eine richtig liebe Überraschung.
Eine Kollegin hat mir einen frisch gebackenen Marmorkuchen vorbeigebracht.
Ein paar Stücke davon sind natürlich direkt mit in die Klinik gewandert.
Gerade an so einem Tag hat uns das einfach sehr gefreut.
Und dann gibt es diese Momente
Heute gab es außerdem wieder so einen Moment, der mich richtig erwischt hat.
Ein Teil der Einnahmen des Sponsorenlaufs an der Neurottschule in Ketsch, Lous Schule, soll unserer Familie zugutekommen.
Im Alltag versuchen wir gerade vor allem, für die Kinder so viel Normalität wie möglich zu schaffen. Einen schönen Alltag, kleine gute Momente, möglichst wenig zusätzliche Sorgen. Die Krankheit soll nicht jeden Raum einnehmen und nicht alles bestimmen.
Auch wenn sie natürlich trotzdem immer da ist.
Und dann gibt es solche Momente, in denen einem wieder mit voller Wucht bewusst wird, in welcher Situation wir eigentlich stecken.
Dass so viele Menschen mitdenken, mittragen und helfen wollen, bedeutet uns unglaublich viel.
Wieder packen, wieder neu planen
Abends ging es für mich weiter mit Sachen richten, packen und alles vorbereiten, denn morgen fahre ich nach der Schule wieder nach Heidelberg, löse Mike ab und bleibe bis Sonntag bei Lou in der Klinik.
Auf dem Rückweg von der Klinik habe ich Madame bei Oma und Opa abgeholt.
So hatten wir wenigstens noch einen kurzen gemeinsamen Abend zusammen, bevor wir uns am nächsten Morgen wieder voneinander verabschieden müssen und uns dann erst am Sonntagnachmittag wiedersehen.
Natürlich bleibt dadurch wieder einiges liegen.
Aber das ist gerade einfach so.
Wir planen – und dann kommt das Leben dazwischen.
Oder in unserem Fall eben manchmal ein Fieberthermometer.
Deine Valerie

