Ein ruhigerer Tag für Lou
Der Freitag (9.10.26) begann für Lou deutlich ruhiger als der Tag davor.
Das Fieber war gesunken, auch wenn der Husten weiterhin ziemlich hartnäckig war. Insgesamt war medizinisch aber zum Glück nicht viel los – und vor allem: Lou hatte keine Schmerzen.
Außerdem stand der Verbandswechsel am Hickman-Katheter an.
Der Hickman ist ein zentralvenöser Katheter, über den unter anderem Medikamente, Infusionen und Blutentnahmen laufen können, ohne dass Lou jedes Mal neu gepiekst werden muss. Gerade deshalb muss die Einstichstelle regelmäßig kontrolliert und der Verband sorgfältig gewechselt werden.
Wenn du dir einmal genauer anschauen möchtest, warum bei krebskranken Kindern überhaupt ein Katheter gebraucht wird, gibt es dazu ein gut verständliches Video:
Warum braucht man einen Katheter? | Krebs bei Kindern klargemacht
Unterricht gehört inzwischen auch zur Klinik
Auch Schule gehört mittlerweile ganz selbstverständlich zu Lous Klinikalltag.
Am Vormittag hatte er Unterricht und bekam noch ein paar Hausaufgaben mit. Die teilen wir uns jetzt über das Wochenende ein, ohne daraus zusätzlichen Stress zu machen.
Inzwischen haben Lou und ich tatsächlich schon wieder so etwas wie eine Routine, wenn wir zusammen in der Klinik sind.
Dabei hilft natürlich auch, dass wir wieder mit unseren tollen Zimmernachbarn aus Heilbronn zusammen im Zimmer sind. Das macht die Tage einfach vertrauter und angenehmer.
Bei mir lief der Freitag parallel ziemlich früh an
Während Lou seinen Vormittag in der Klinik hatte, fing mein Tag schon um 4:30 Uhr an.
Der Donnerstag hatte mein komplettes Programm einmal umgeworfen und ich wusste, dass ich das ganze Wochenende nicht zu Hause sein würde. Deshalb musste ich morgens noch Unterricht vorbereiten, meine Sachen bis Sonntag packen und zu Hause wenigstens grob alles so hinterlassen, dass nicht noch mehr Chaos wartet.
Kurz vor sieben bin ich dann zusammen mit Madame aus dem Haus und in die Schule gefahren.
Freitag ist bei mir ohnehin der vollste Schultag mit sechs Unterrichtsstunden am Stück. Danach ging es direkt weiter nach Heidelberg.
Dort habe ich Mike abgelöst und bin bei Lou geblieben.
Marvel statt Krankenhausprogramm
Am Abend haben wir es uns dann gemütlich gemacht und gemeinsam etwas geschaut.
Wir haben beschlossen, jetzt mit der Marvel-Reihe ganz von vorne zu starten. Lou hat von einem Freund sogar eine richtige Reihenfolge geschickt bekommen, in der man die Filme schauen kann.
Mit Iron Man, Thor und allem, was danach noch kommt, dürfte unser Abendprogramm für die nächste Zeit also erstmal ziemlich gut gesichert sein.
Und nach diesem langen Freitag war es schön, dass der Tag einfach ruhig ausklingen durfte.
Deine Valerie

